Berufliche Schulen

Schulversuche Berufsfachschule Pädagogische Erprobung (BFPE) und Duale Ausbildungsvorbereitung (AVdual)


Seit Beginn des Schuljahres 2013/14 erprobt das Kultusministerium von Baden-Württemberg an mittlerweile über 50 Standorten Beruflicher Schulen ein pädagogisches Konzept, das sich stark an den Bedürfnissen gehirngerechten Lernens orientiert und gleichzeitig eine Möglichkeit darstellt, bei weiter sinkenden Schülerzahlen Bildungsabschlüsse vor Ort weiter vorzuhalten, ohne dass Kleinklassen entstehen.

In diesen Bildungsgängen des Schulversuchs können die Schülerinnen und Schüler schulische Abschlüsse (Hauptschulabschluss und Mittlerer Bildungsabschluss), sowie eine berufliche Grundqualifikationen erwerben. Es ist Bestandteil des Schulversuchs, die Schülerinnen und Schüler in einer heterogenen Lerngruppe gemeinsam lernen zu lassen. Hierzu bedarf es eines pädagogischen Konzeptes, damit Lernen in einem derart heterogenen Kontext nicht nur gelingen kann, sondern auch einen Mehrwert gegenüber den bisherigen Konzepten darstellt.
Der zugrunde liegende methodisch-didaktisch Ansatz ist das "Selbstorganisierte und kooperative Lernen“ (SOL).

Neben der Verbesserung der Kompetenzen im allgemein bildenden Bereich und dem Aufbau von berufsbezogenen Kompetenzen legt die pädagogische Konzeption einen besonderen Bildungsschwerpunkt auf den Erwerb von überfachlichen Kompetenzen und elementaren Selbstlerntechniken. Dies ist wichtig, um niveaudifferenziertes Lernen zu ermöglichen und verbessert die Ausbildungsreife der Jugendlichen deutlich.

In der BFPE/AVdual tritt selbstgesteuertes Lernen an die Stelle des traditionellen Unterrichts. Dieses Lernen ist geprägt von einer engen Begleitung, Betreuung und Beratung durch die Lehrkräfte. Die Lernprozesse werden über die Lernagenda, Wochenpläne und das Arbeiten mit Kompetenzrastern in Lernlandschaften strukturiert. Diese Instrumente sollen zum Nachdenken über das eigene Handeln anregen. Sie werden mit Hilfe von Lernwegelisten (sog. Ich-Kann-Listen) und den dazugehörigen Lernmaterialien individuell gesteuert und dokumentiert.

Jedem Schüler und jeder Schülerin wird eine Lehrkraft zur Begleitung und Beratung zugeordnet. Lernberatungsgespräche zwischen dieser Lehrkraft und dem Jugendlichen finden i.d.R. alle zwei Wochen für ca. 15 bis 20 Minuten nach Vereinbarung statt. Lernberatungsgespräche reflektieren den Lernfortschritt und das Arbeitsverhalten. Ergänzend finden drei Zielvereinbarungsgespräche statt. In diesen Zielvereinbarungsgesprächen wird das von dem Schüler gewählte Bildungsziel reflektiert und ggf. angepasst. Weitere Informationen zu den Schulversuchen finden Sie auf dem Landesbildungsserver.

Referat 33 am Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) unterstützt den Schulversuch durch die Koordination und Beratung der Kommissionen zur Erstellung von Lernmaterial und durch die redaktionelle Aufbereitung und digitale Bereitstellung von exemplarischen Lernmaterialien. Die mittlerweile 36 Pakete an Lernmaterialien für unterschiedliche Fächer können vom Landesbildungsserver heruntergeladen werden.

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