Antworten auf häufig gestellte Fragen


Warum wird Lernstand 5 zu Beginn von Klasse 5 durchgeführt?

Die Schnittstelle von der Grundschule zur weiterführenden Schule stellt einen wesentlichen Meilenstein in der Bildungsbiografie von Schülerinnen und Schülern dar. Für einen gelingenden Übergang ist hilfreich, dass Kinder zu Beginn der Orientierungsstufe wichtige Basiskompetenzen in Deutsch und Mathematik aufweisen, welche den weiteren Lernerfolg besonders positiv beeinflussen. Gleichzeitig sehen sich Lehrerinnen und Lehrer in der Klassenstufe 5 einer neu zusammengesetzten Lerngruppe gegenüber und stehen vor der Herausforderung, möglichst schnell zuverlässige Informationen über den individuellen Lernstand ihrer noch unbekannten Schülerinnen und Schüler zu erhalten.

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Wie erfolgte die Auswahl der Basiskompetenzen und Testbereiche?

Das Verfahren Lernstand 5 untersucht den Leistungsstand hinsichtlich eng umrissener, prognostisch relevanter Basiskompetenzen in den Fächern Deutsch und Mathematik.
Als prognostisch relevant gelten solche Kompetenzen, die eine wichtige Voraussetzung für den weiteren Lernerfolg darstellen.

Grundlage für die Auswahl der Basiskompetenzen bilden die Anforderungen der länderübergreifend verbindlichen Bildungsstandards für den Primarbereich, die klare, überprüfbare Lernziele für das Ende der Klasse 4 definieren.

Für eine Umsetzung in Testaufgaben kommen ausschließlich solche Standards in Betracht, für die Konstruktdefinitionen vorliegen oder für die solche auf Basis vorhandener wissenschaftlicher Erkenntnisse erarbeitet werden können und die eine Operationalisierung gemäß den Gütekriterien für standardisierte Testungen gestatten.

Im Lernstand 5 finden daher die Kompetenzbereiche „Lesen“ und „Zahlen und Operationen“ Berücksichtigung.

Im Hinblick auf eine Obergrenze maximal zumutbarer Testzeit ist die Anzahl von Items, die im Rahmen der Lernstandsanalyse pro Schuljahr eingesetzt werden kann, begrenzt. Um dennoch anhand einer hinreichend großen Itemstichprobe möglichst reliable und valide Aussagen über den individuellen Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler in Bezug auf einen eng umschriebenen Kompetenzbereich zu erhalten, erfolgt eine Fokussierung auf zentrale Testbereiche. Diese wurden in enger Abstimmung mit der wissenschaftlichen Begleitung aus den ausgewählten Basiskompetenzen abgeleitet.

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Welche Basiskompetenzen und Testbereiche werden überprüft?

Im Fach Deutsch wurde als Basiskompetenz der Kompetenzbereich Lesen ausgewählt: “Lesekompetenz ist eine Schlüsselqualifikation par excellence und eine zentrale Voraussetzung für die Teilhabe an vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.” (Artelt, C. u. a. 2007. Förderung von Lesekompetenz. Expertise. Hrsg. Bundesministerium für Bildung und Forschung. Bonn/ Berlin)

Im Fach Mathematik wurde als Basiskompetenz der Kompetenzbereich Zahlen und Operationen ausgewählt. Fachdidaktisch wird dieser Bereich als Arithmetik bezeichnet.

“Eine besondere Rolle ... kommt den arithmetischen Basiskompetenzen der Grundschulmathematik zu. … Fehlende Kompetenzen bei den arithmetischen Basiskompetenzen stellen Hürden für das Weiterlernen in der Sekundarstufe dar. Wurde der basale Lernstoff der Grundschulmathematik hingegen erworben, dann begünstigt dies auch bessere Lernleistungen zu weiterführenden mathematischen Inhalten.” (Schulz A./ Leuders T. 2013. Fokussierte Kompetenzbereiche in Lernstand 5 Mathematik – Begründung und Konsequenzen. Internes Arbeitspapier)

“Kenntnis des basalen Lernstoffes der Grundschule ist Prädiktor für spätere Mathematikleistung.” (Moser Opitz, E. 2013. Rechenschwäche - Dyskalkulie: Theoretische Klärungen und empirische Studien an betroffenen Schülerinnen und Schülern. Bern: Haupt)

Im Fach Deutsch wird der Kompetenzbereich „Lesen“ mit folgenden Testbereichen überprüft:

  • Lesegeschwindigkeit
  • Leseverständnis


Im Fach Mathematik wird der Kompetenzbereich „Zahlen und Operationen“ mit folgenden Testbereichen überprüft:

  • Zahldarstellungen und Zahlbeziehungen verstehen
  • Rechenoperationen verstehen und beherrschen:
    • Operationsverständnis
    • Schriftliche Rechenverfahren

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In welcher Form sind die Ergebnisse von Lernstand 5 mit den Eltern und Erziehungsberechtigten zu besprechen?

Die Lehrkräfte können die Gesamtergebnisse der Klasse bzw. Lerngruppe mit den Schülerinnen und Schülern im Unterricht besprechen, natürlich nicht die Ergebnisse einzelner Schülerinnen und Schüler. Sie können diese auch im Rahmen eines Elternabends thematisieren.

Wenn die individuellen Ergebnisse dazu Anlass geben, nimmt die einzelne Lehrkraft das Gespräch mit einzelnen Schülerinnen und Schülern und/oder mit einzelnen Eltern und Erziehungsberechtigten auf. Dies heißt nicht, dass zwingend mit allen Eltern und Erziehungsberechtigten und allen Schülerinnen und Schülern ein Einzelgespräch geführt werden muss.

Ebenso wird auf Wunsch der Eltern und Erziehungsberechtigten ein Gespräch über die individuellen Ergebnisse der Schülerin oder des Schülers geführt. Die Nutzung eines Elternsprechtages ist eine gute Möglichkeit, einem diesbezüglichen Anliegen der Eltern und Erziehungsberechtigten zu entsprechen.

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Zuletzt geändert am 2.12.2015

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