Antworten auf häufig gestellte Fragen

Im Folgenden finden Sie die Antworten auf häufig gestellte Fragen.

Fragen, die vor der Durchführung Bedeutung haben


Fragen, die während der Durchführung Bedeutung haben


Fragen, die nach der Durchführung Bedeutung haben


Wer nimmt an der Durchführung von VERA 3 teil?

An VERA 3 nehmen alle Bundesländer teil und seit 2010 auch die "Deutschsprachige Gemeinschaft Belgien" sowie Südtirol. An dem Projekt sind auch deutsche Auslandsschulen beteiligt, die eine 3. Grundschulklasse führen. VERA 3 dient jedoch nicht dem Vergleich von Bundesländern untereinander.

Die jeweiligen Bundesländer sind zuständig für die Durchführung von VERA 3. Sie organisieren die Vorbereitung, den Ablauf, die Auswertung und die Ergebnisrückmeldung in jeweils eigener Verantwortung und haben dabei unterschiedliche Regelungen getroffen. Es gibt jedoch Rahmendaten und Abläufe, die für alle Länder gleich oder ähnlich sind.
An VERA 3 nehmen in Baden-Württemberg alle öffentlichen Grundschulen verpflichtend teil, die Schulen in freier Trägerschaft können freiwillig teilnehmen.
Die für Baden-Württemberg bereitgestellten landesweiten Vergleichswerte ermöglichen einen Vergleich zwischen der Klasse, der Schule und dem Land Baden-Württemberg.

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Gibt es Besonderheiten für einzelne Schülerinnen und Schüler bei der Teilnahme an VERA 3?

Grundsätzlich nehmen alle Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen, die öffentliche allgemeine Grundschulen besuchen, an VERA 3 teil. Besonderheiten bei der Teilnahme können sich jedoch in folgenden Fällen ergeben: Teilleistungsstörung Deutsch, ausgesetzte Deutschnote aufgrund nichtdeutscher Herkunftssprache, sonderpädagogisches Bildungsangebot.

Teilleistungsstörung Deutsch: Schülerinnen und Schüler mit einer diagnostizierten Teilleistungsstörung in Deutsch nehmen verpflichtend an VERA 3 teil. Es kann ihnen in besonders begründeten Ausnahmefällen (s. Verwaltungsvorschrift für “Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf und Behinderungen” (120 KB) vom 01. August 2008, Absatz 2.3.1) ein Nachteilsausgleich in Form einer Verlängerung der Bearbeitungszeit eingeräumt werden.

Ausgesetzte Deutschnote aufgrund nichtdeutscher Herkunftssprache: Schülerinnen und Schüler, bei denen aufgrund nichtdeutscher Herkunftssprache nur geringe Deutschkenntnisse vorliegen und die eine Regelklasse besuchen, nehmen an VERA 3 teil. Erhalten sie im Fach Deutsch keine Note, sondern eine verbale Beurteilung (s. Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums „Grundsätze zum Unterricht für Kinder und Jugendliche mit Sprachförderbedarf an allgemein bildenden und beruflichen Schulen“ vom 01.08.2008, Absatz 3.4), gehen ihre Ergebnisse jedoch nicht in die Wertung (d. h. in die Berechnung von Klassen-, Schul- und Landeswerten) ein. Sie werden jedoch in den Ergebnisrückmeldungen mit ihren individuellen Ergebnissen ausgewiesen.

Eigens eingerichtete Vorbereitungsklassen für Schülerinnen und Schüler mit geringen Deutschkenntnissen nehmen nicht teil.

Sonderpädagogisches Bildungsangebot: Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot in Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren bzw. in inklusiven Bildungsangeboten müssen nicht an VERA 3 teilnehmen. Eine freiwillige Teilnahme ist jedoch möglich. Sie wird vom Kultusministerium empfohlen. Die Schule entscheidet eigenständig, bei welchen Kindern und Klassen in welcher Form und in welchem Umfang eine Teilnahme pädagogisch sinnvoll ist. Schülerinnen und Schüler mit festgestelltem Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot gehen nicht in die Wertung (d. h. in die Berechnung von Klassen-, Schul- und Landeswerten) ein. Sie werden jedoch in den Ergebnisrückmeldungen mit ihren individuellen Ergebnissen ausgewiesen.

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Wer entwickelt die Testaufgaben?

Im Auftrag der Kultusministerkonferenz werden die Aufgaben für die Vergleichsarbeiten VERA 3 am Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) , Berlin, von einer länderübergreifend arbeitenden Gruppe von erfahrenen Grundschullehrkräften sowie Expertinnen und Experten verschiedener Hochschulen entwickelt.

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Auf welcher Grundlage wird die endgültige Aufgabenauswahl getroffen?

Während des Entwicklungsprozesses werden die Aufgaben an ausgewählten Schulen erprobt und von Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern bewertet. Anschließend werden sie in einer großen Pilotierungsstudie mit bis zu 3000 Schülerinnen und Schülern des Vorjahrganges aus allen Bundesländern - unter ähnlichen Bedingungen wie im realen Testeinsatz - erprobt. Dieser Prozess wird vom Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) organisiert bzw. durchgeführt. Zentrales Ziel dieser “Pilotierungsstudie” ist die Gewinnung empirischer Daten. Auf ihrer Grundlage werden die Aufgabenschwierigkeiten ermittelt und die endgültige Testzusammenstellung vorgenommen.

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Welche Kompetenzbereiche werden im Fach Mathematik getestet?

Die Vergleichsarbeiten überprüfen wechselnde Inhaltsbereiche, die bundesweit festgelegt werden.
Die Aufgaben decken jährlich zwei der folgenden - in den Bildungsstandards der KMK aufgeführten - inhaltsbezogenen Kompetenzen ab:

  • Zahlen und Operationen
  • Raum und Form
  • Muster und Strukturen
  • Größen und Messen
  • Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit

Weitere Informationen zu Terminen, Fächern und Testdomänen finden sich auf den Seiten des Instituts zur Qualitätssicherung (IQB) im Bildungswesen, Berlin.

Folgende Inhaltsbereiche wurden bisher getestet:

2006: “Zahlen und Operationen” und “Größen und Messen”
2007: “Zahlen und Operationen” und “Größen und Messen”
2008: “Zahlen und Operationen”, “Raum und Form”, “Muster und Strukturen”
2009: “Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit” und “Muster und Strukturen”
2010: “Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit” und “Zahlen und Operationen”
2011: “Zahlen und Operationen” und “Muster und Strukturen”
2012: “Muster und Strukturen” und “Größen und Messen”
2013: “Größen und Messen” und “Raum und Form”
2014: “Raum und Form” und “Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit”
2015: “Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit” und “Zahlen und Operationen”
2016: “Zahlen und Operationen” und “Muster und Strukturen”
2017: “Muster und Strukturen” und “Größen und Messen”

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Welche Kompetenzbereiche werden im Fach Deutsch getestet?

Die Vergleichsarbeiten überprüfen wechselnde Inhaltsbereiche, die bundesweit festgelegt werden.
Die Aufgaben decken jährlich zwei der folgenden - in den Bildungsstandards der KMK aufgeführten - inhaltsbezogenen Kompetenzen ab:

  • Zuhören
  • Lesen - mit Texten und Medien umgehen
  • Sprache und Sprachgebrauch untersuchen
  • Schreiben
  • Rechtschreiben

Weitere Informationen zu Terminen, Fächern und Testdomänen finden sich auf den Seiten des Instituts zur Qualitätssicherung (IQB) im Bildungswesen, Berlin.

Folgende Inhaltsbereiche wurden bisher getestet:

2006: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Sprache und Sprachgebrauch untersuchen”
2007: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Schreiben”
2008: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Sprache und Sprachgebrauch untersuchen”
2009: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Schreiben”
2010: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Rechtschreiben”
2011: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Schreiben”
2012: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Sprache und Sprachgebrauch untersuchen”
2013: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Zuhören”
2014: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Rechtschreiben”
2015: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Sprache und Sprachgebrauch untersuchen”
2016: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Zuhören”
2017: “Lesen - mit Texten und Medien umgehen” und “Rechtschreiben”

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Ist eine besondere Vorbereitung auf die Vergleichsarbeiten VERA 3 sinnvoll?

Die Vergleichsarbeiten VERA 3 werden eingesetzt, um den Schulen eine methodisch zuverlässige Rückmeldung zu geben, welchen Lernstand ihre Klassen gegen Ende der 3. Jahrgangsstufe erreicht haben und wie weit sie sich auf dem Weg zur Erreichung der nationalen Bildungsstandards am Ende der 4. Jahrgangsstufe befinden. Diese Arbeiten überprüfen folglich langfristig angelegte Kompetenzen und weniger kurzfristige Übungseffekte nach Abschluss einer Unterrichtseinheit. Ein gezieltes inhaltliches Üben auf VERA 3, beispielsweise ein zeitintensives Bearbeiten einer Vielzahl von Übungsaufgaben, führt möglicherweise zu verfälschten Informationen und ist daher weder nötig noch sinnvoll.

Mit den Schülerinnen und Schülern kann jedoch vorab besprochen werden, welche Aufgabenformate und Bearbeitungsstrategien es gibt und wie der Test ablaufen wird. Auf jeden Fall sollten die Schülerinnen und Schüler zu einer motivierten Mitarbeit ermuntert werden.

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Welche Informationen können Eltern und Erziehungsberechtigten vorab zur Verfügung gestellt werden?

Auf der Seite www.vera3-bw.de können sich Eltern und Erziehungsberechtigte direkt informieren. Hier werden grundlegende Fragen zu VERA 3 beantwortet.

Das Landesinstitut stellt zusätzlich das Dokument "Hinweise für Eltern und Erziehungsberechtigte" in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch, Kroatisch, Russisch und Türkisch zum Download bereit. Den Lehrkräften wird empfohlen, dieses Dokument zu vervielfältigen und an die Eltern und Erziehungsberechtigten der dritten Klassen zur Information über das Verfahren auszugeben.

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Mathematik: Sind Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen bei Aufgaben mit hohem Textanteil benachteiligt?

Im Sinne des mathematischen Bildungsbegriffs, der auch dem Bildungsplan 2004 zugrunde liegt, muss in Mathematik verständnisorientiert gearbeitet werden. Allgemeine mathematische Kompetenzen wie „Problemlösen“, „Argumentieren“ und „Kommunizieren“ haben einen hohen Stellenwert in den Bildungsstandards für das Fach Mathematik in der Primarstufe.

Eine länderübergreifend arbeitende Gruppe erfahrener Grundschullehrkräfte entwickelt die Aufgaben der Vergleichsarbeiten VERA 3 in Zusammenarbeit mit Fachdidaktikerinnen und Fachdidaktikern. In der anschließenden Voruntersuchung werden die Aufgaben auf ihre Testtauglichkeit an mehreren hundert Schülerinnen und Schülern der dritten Klasse deutschlandweit geprüft.

Alle Aufgaben werden aufgrund ihrer empirisch ermittelten Schwierigkeit und einer inhaltlichen Analyse den fünf Kompetenzstufen des Kompetenzstufenmodells zugeordnet. Aufgaben, die von zu wenigen Schülerinnen und Schülern gelöst werden, scheiden aus. Die Aufgabenauswahl erfolgt so, dass alle Kompetenzstufen durch hinreichend viele Aufgaben repräsentiert werden. Vor der VERA 3-Testdurchführung sollte den Schülerinnen und Schülern erklärt werden, dass nicht erwartet wird, dass alle Kinder alle Aufgaben lösen können.

Der Einsatz textorientierter Aufgaben ermöglicht das Ermitteln und Entdecken vorhandener allgemeiner mathematischer Kompetenzen bei einzelnen Kindern. Für die Gruppe von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund wird empfohlen, eine detaillierte Diagnose vorzunehmen. Über die Lösungshäufigkeiten der einzelnen Aufgaben und durch nochmaliges Sichten der Schülerhefte können Lehrkräfte erkennen, welche Aufgaben welchen Kindern besonders schwer gefallen sind. Sie können auf diese Weise genau analysieren, wo die Probleme liegen: an der Komplexität des Satzbaus, an unbekannten Begriffen oder an der Umsetzung mathematischer Operationen. Aufgrund dieser Erkenntnisse und aufgrund von Erkenntnissen, die bei weiteren Lernstandserhebungen gewonnen wurden, können entsprechende Maßnahmen zur Förderung entwickelt werden.

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Wo können die VERA 3-Aufgaben der vergangenen Jahre eingesehen werden?

Die Universität Koblenz-Landau hat die Aufgaben aller Durchgänge von 2004 bis 2009 unter vera-web.uni-landau.de veröffentlicht.

Das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Berlin, hat die Aufgaben ab dem Durchgang 2010 unter www.iqb.hu-berlin.de/vera/aufgaben eingestellt.

Allerdings hat das IQB darauf verzichtet, die Testhefte insgesamt als eine Datei ins Netz zu stellen, um einem "teaching to the test" entgegenzuwirken. Die Aufgaben ab dem Durchgang 2010 sind als Einzelaufgaben auf der Seite des IQB eingestellt. So können die Lehrkräfte herunterladen und verschiedene Aufgaben für den Unterricht nutzen. Bestimmte Aufgaben können leider nicht eingestellt werden, weil für eine Veröffentlichung im Internet keine Nutzungsrechte erteilt wurden.

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Muss bei den Vergleichsarbeiten die jeweilige Fachlehrkraft Aufsicht führen?

In den amtlichen Vorschriften gibt es hinsichtlich der Aufsicht bei der Durchführung der Vergleichsarbeiten VERA 3 keine Regelungen.

Die Schulleitungen sind für die ordnungsgemäße Durchführung der Vergleichsarbeiten VERA 3 zuständig und damit auch für die Festlegung des Zeitpunktes der Durchführung am Einsatztag und für die aufsichtführenden Lehrkräfte. Eine Schulleitung kann die verantwortliche Vorbereitung und Durchführung dabei auch an andere Personen bzw. Teams der Schule weitergeben.

Da es sich um ein standardisiertes Verfahren handelt, ist es aus Sicht des Landesinstituts nicht notwendig, dass die jeweilige Fachlehrkraft beim Schreiben des Tests auch die Aufsicht führt. Diese kann aus stundenplantechnischen oder weiteren Gründen ebenso von anderen Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen werden.

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Gibt es einen Nachschreibe-Termin für VERA 3?

Es gibt keinen Nachschreibe-Termin. Schülerinnen und Schüler, die an einem Testtag krank sind, werden bei der Eingabe der Testergebnisse im Portal als "nicht anwesend" gekennzeichnet.

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Ist die Eingabe der Schülerergebnisse im geschützten Bereich des Online-Portals Lernstandserhebungen verpflichtend?

Die Vergleichsarbeiten VERA 3 sind ein verpflichtendes Instrument der Selbstevaluation. Zur Durchführung der Arbeiten gehört neben der Bearbeitung der Schüler-Testhefte und der Korrektur mittels der Lösungen in den Auswertungsanleitungen auch die Eingabe der Schülerergebnisse im Online-Portal Lernstandeserhebungen. Die Ergebnisrückmeldung erfolgt ebenso über das Online-Portal zum im Planungsraster ausgewiesenen Termin. Über diese Rückmeldung erhält die Lehrkraft die landesweiten Vergleichswerte.

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Die Bildungsstandards der Grundschule werden für den Bildungsabschnitt am Ende von Klasse 4 beschrieben. Wie können diese bereits gegen Ende von Klasse 3 überprüft werden?

VERA 3 soll den Lernstand in Bezug auf die Bildungsstandards der Primarstufe, die für Ende Klasse 4 definiert sind, zum Testzeitpunkt abbilden, das heißt einen Zwischenstand geben. Dadurch werden wichtige Impulse für die weitere Schul- und Unterrichtsentwicklung auch in der 4. Klasse gegeben. VERA 3 testet die zum Testzeitpunkt verfügbaren Kompetenzen und bezieht sich nicht direkt auf den unmittelbar vorausgehenden Unterricht. Überprüft wird somit, wie weit sich die Klasse auf dem Weg zur Erreichung der Bildungsstandards der Primarstufe befindet.

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Warum gelten bei VERA 3 manche Aufgaben nur dann als richtig gelöst, wenn sämtliche Teilaspekte richtig gelöst sind? Warum dürfen Lösungen nicht als „teilweise richtig“ bewertet werden?

Bei VERA 3 handelt es sich um ein standardisiertes Testverfahren, das spezielle Festlegungen und Vorgehensweisen erfordert, damit objektiv und zuverlässig gemessen werden kann. Die Testaufgaben bestehen teilweise aus mehreren Aufgabenstellungen, deren Bewertung aus testtheoretischen Gründen mit richtig / falsch angegeben wird. Zwischenstufen wie "teilweise richtig" - also eine Mehrfach-Bepunktung mit Abzügen - gibt es nicht. Wären Zwischenstufen möglich, müssten diese wiederum konkret definiert werden. Damit wäre auch eine eigene Erfassung möglich. In manchen Fällen wird die erforderliche Schwierigkeitsstufe nur erreicht, wenn mehrere Teilaspekte zusammen bewertet werden. Der festgelegte Schwierigkeitsgrad bezieht sich dann auf die Gesamtlösung der Aufgabe. Eine Gleichbehandlung besteht insofern, als dieser Auswertungsmodus durchweg bei allen VERA 3-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern angewandt wird. Bei herkömmlichen schriftlichen Arbeiten, die der Lernkontrolle und dem Leistungsnachweis dienen, würde man aus pädagogischen Gründen anders verfahren.

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Rechtschreiben: Prägen sich fehlerhaft geschriebene Wörter ein?

Häufig wird die Befürchtung geäußert, die Form orthografisch nicht korrekt geschriebener Wörter könnte sich einprägen oder sogar den Erwerb der richtigen Form behindern.
Dieser Befürchtung liegt die inzwischen überholte "Wortbildtheorie" *(Bormann, 1840) zugrunde, die bis in die 1980er Jahre vertreten wurden, inzwischen aber aufgrund mehrerer Untersuchungen (z. B. DESI 2008**) überholt ist. Ein Literaturbeispiel ist unten angeführt. Wenn das Lesen von Richtigschreibungen nicht automatisch zur richtigen Schreibung führt, kann auch das Lesen von Falschschreibungen keine direkte Auswirkung auf die Rechtschreibung haben.
Balhorn (1989) beispielsweise entwarf einen "Seh-Test", der zum Notieren bekannte Firmen- und Produktnamen in Originalform aufforderte. Selbst Lehrerinnen und Lehrer, die ja einen geschulten Blick für Fehler haben, entdeckten beispielsweise den Großbuchstaben D in "mazDa" nicht.

Neuere Forschungen haben ergeben, dass Rechtschreibfehler nicht dadurch entstehen, dass sich Kinder das Wort nicht sicher eingeprägt haben, sondern dadurch, dass Kinder eine falsche Strategie verfolgen. Dass die Schreiber manchmal im selben Text verschiedene Rechtschreibstrategien einsetzen, konnte zum Beispiel von Eichler (1991) gezeigt werden. In einem kurzen Text wurde das Wort Rauferei auf derselben Seite vom selben Kind in drei Schreibweisen geschrieben: Rauferei, Raufferei, Rauferrei.***

Fehler werden in der Wissenschaft inzwischen als lernspezifische Notwendigkeit betrachtet, als notwendige Annäherungen an die Norm. Fehler lassen Rückschlüsse darauf zu, auf welcher Entwicklungsstufe im Rechtschreibprozess sich der Schreiber befindet . Der Fehler ist somit Ansatzpunkt für die Förderung hin zur nächsten Entwicklungsstufe und wird nicht als Defizit betrachtet.

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*Scheerer-Neumann, G. (1986): Wortspezifisch: Ja - Wortbild: Nein. Ein letztes Lebewohl an die Wortbildtheorie. In: Brügelmann, H. (Hrsg.) (1986): ABC und Schriftsprache. Konstanz, S. 171-185.

**DESI ist eine Studie des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DPF) zur Erfassung der sprachlichen Leistungen in Deutsch und Englisch von Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Leiter der Projektgruppe ist Prof. Dr. Eckhard Klieme, der auch die grundlegende Studie zu den Bildungsstandards erfasst hat.

***Eichler, W.(1991): Nachdenken über das richtige Schreiben. Innere Regelbildung und Orthographieerwerb, in Diskussion Deutsch 117, S. 34 ff.

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Ab wann können die Testhefte nach Hause gegeben werden?

Laut bundesweiter Absprache besteht eine Vertraulichkeitspflicht für die Testmaterialien von vier Wochen. Nach dieser Frist können die korrigierten Arbeiten den Schülerinnen und Schülern mit nach Hause gegeben werden. Es liegt jedoch im Ermessensspielraum der Schule, die Arbeiten bis nach der Sichtung der Ergebnisrückmeldungen an den Schulen zu behalten und gegebenenfalls vorab den Eltern und Erziehungsberechtigten auf andere Weise Einsicht in die Arbeiten zu ermöglichen.

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Können Aufgaben aus den Vergleichsarbeiten VERA 3 archiviert und zu einem späteren Zeitpunkt weiter genutzt werden?

Die Vergleichsarbeiten können auf den schulischen Rechnern archiviert werden.

Dabei ist zu beachten, dass die Aufgaben von Vergleichsarbeiten dem Urheberrecht unterliegen.

Die an den Schulen befindlichen Aufgaben alter Vergleichsarbeiten dürfen daher nach der Durchführung nicht als Sammlung an die Schülerinnen und Schüler ausgehändigt werden.

Aus didaktischer Sicht ist in Bezug auf einen weiterführenden Einsatz von Testaufgaben im Unterricht zu beachten, dass sich diese Aufgaben nicht als Lern- und Übungsaufgaben eignen. Ein gezieltes inhaltliches Üben anhand der Testaufgaben ist also weder nötig noch sinnvoll. Einzelne Aufgaben können der Klasse jedoch vorgegeben werden, um die Schülerinnen und Schüler mit dem Testformat selbst vertraut zu machen.

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Dürfen VERA-Tests vergangener Jahre als Klassenarbeit eingesetzt werden?

Die zentrale Funktion von VERA 3 liegt in der Unterrichts- und Schulentwicklung. Die Vergleichsarbeiten dienen der Ermittlung des Leistungsstands bezogen auf die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für die Primarstufe.

Der Einsatz eines gesamten Tests oder Testbereichs als benotete Klassenarbeit ist nicht intendiert und auch nicht wünschenswert, da es zwar Gemeinsamkeiten zwischen Klassenarbeiten und Vergleichsarbeiten gibt, aber auch relevante Unterschiede. Im Rahmen von VERA werden die Bewertungsmaßstäbe empirisch ermittelt und die Aufgaben sind für diese Messung optimiert. So werden beispielsweise aus messtechnischen Gründen bei VERA keine teilrichtigen Lösungen vergeben, dies ist in Klassenarbeiten jedoch möglich und üblich. Die Zuweisung der Leistungen zu Kompetenzstufen erfolgt bei VERA folglich in anderer Form als die Ermittlung von Noten bei Klassenarbeiten. Auch ist der unmittelbare Bezug zum zurückliegenden Unterricht in der Regel bei Klassenarbeiten höher als bei VERA, da die Vergleichsarbeiten auf die Ermittlung von nachhaltig erworbenen Kompetenzen abzielen.

Beide Verfahren ergänzen sich und haben mit ihren unterschiedlichen Zielsetzungen einen wichtigen Stellenwert in der Schule.

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Wie lange sind die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten VERA 3 aufzubewahren?

Die Ergebnisrückmeldungen auf Klassen- und Schulebene müssen fünf Jahre aufbewahrt werden, da der Umgang mit den Ergebnissen der Vergleichsarbeiten (inklusive der jährlichen Dokumentation, der Ableitung von Maßnahmen und deren Überprüfung) im Rahmen der Fremdevaluation betrachtet wird. Die Aufbewahrungspflicht von fünf Jahren bezieht sich auf das Dokument „Ergebnisrückmeldung für die Schulleitung“.

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Müssen die VERA 3-Ergebnisrückmeldungen verpflichtend genutzt werden?

Die Vergleichsarbeiten sind ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung und dienen der Unterrichts- und Schulentwicklung. Im Rahmen der Fremdevaluation wird überprüft, ob die Schule die Vergleichsarbeiten systematisch auf verschiedenen Ebenen auswertet und die Ergebnisse zur Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität nutzt.

Bezogen auf die Ergebnisse von zentralen Leistungsfeststellungsverfahren (also auch von VERA 3) heißt es in der Verordnung des Kultusministeriums über die Evaluation von Schulen (Evaluations VO) vom 10. Juni 2008: „Die Schule führt zur Bewertung ihrer Schul- und Unterrichtsqualität regelmäßig Selbstevaluationen durch. [...] Die Ergebnisse von zentralen Leistungsfeststellungsverfahren sind bei der Selbstevaluation einzubeziehen. [...] Evaluationsergebnisse und daraus abgeleitete Folgerungen werden in einer schulinternen schriftlichen Qualitätsdokumentation festgehalten.“ (vgl. § 1, Abs. 2; § 5, Abs. 4 und 5).

Darüber hinaus regelt die Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zu den zentral angefertigten Lernstandserhebungen vom 20. Mai 2016 (Inkrafttreten am 1. August 2016), dass “die Ergebnisse der Lernstandserhebungen […] mit den Schülerinnen und Schülern, Erziehungsberechtigten und in den zuständigen Lehrer- bzw. Lerngruppenkonferenzen besprochen” werden.

Mithilfe der vom Landesinstitut für Schulentwicklung zur Verfügung gestellten VERA 3-Ergebnisrückmeldungen können die genannten verpflichtenden Schritte (z. B. Umgang mit den Ergebnissen im Rahmen der Selbstevaluation und eine entsprechende Dokumentation, Rückmeldung an die Eltern und Erziehungsberechtigten) umgesetzt werden.

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Wie können Eltern und Erziehungsberechtigte über die Ergebnisse von VERA 3 informiert werden?

Die Information der Eltern und Erziehungsberechtigten bezüglich der VERA 3-Ergebnisse ist gemäß Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zu den zentral angefertigten Lernstandserhebungen vom 20. Mai 2016 (Inkrafttreten am 1. August 2016) verpflichtend. Dort heißt es: „Die Ergebnisse der Lernstandserhebungen werden mit den Schülerinnen und Schülern, Erziehungsberechtigten und in den zuständigen Lehrer- bzw. Lerngruppenkonferenzen besprochen. Auf Wunsch werden die Lernstandserhebungen nach ihrer Auswertung den Schülerinnen und Schülern zum Verbleib mitgegeben.“

Die Form der Benachrichtigung bestimmt die Schule selbst. Ein einheitliches Vorgehen für alle Klassen wird jedoch empfohlen.

Um Lehrkräfte bei der Informationsweitergabe an die Eltern und Erziehungsberechtigten zu unterstützen, stellt das Landesinstitut fachspezifische Rückmeldedokumente zur optionalen Verwendung bereit. Diese Ergebnisrückmeldungen für Eltern und Erziehungsberechtigte sind für jede Klasse von der entsprechenden Fachlehrkraft als Gesamtdokument herunterladbar und ausdruckbar. Bei Bedarf steht zusätzlich eine Ergänzung in den Sprachen Englisch, Italienisch, Kroatisch, Russisch und Türkisch zur Verfügung. Diese fremdsprachige Ergänzung kann der Rückmeldung beigefügt werden.

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In welcher Form sind die Ergebnisse von VERA 3 mit den Eltern und Erziehungsberechtigten zu besprechen?

Die Lehrkräfte können die Gesamtergebnisse der Klasse bzw. Lerngruppe mit den Schülerinnen und Schülern im Unterricht besprechen, natürlich nicht die Ergebnisse einzelner Schülerinnen und Schüler. Sie können diese auch im Rahmen eines Elternabends thematisieren. Wenn die individuellen Ergebnisse dazu Anlass geben, nimmt die einzelne Lehrkraft das Gespräch mit einzelnen Schülerinnen und Schülern und/oder mit einzelnen Eltern und Erziehungsberechtigten auf. Dies heißt nicht, dass zwingend mit allen Eltern und Erziehungsberechtigten und allen Schülerinnen und Schülern ein Einzelgespräch geführt werden muss.

Ebenso wird auf Wunsch der Eltern und Erziehungsberechtigten ein Gespräch über die individuellen Ergebnisse der Schülerin oder des Schülers geführt. Die Nutzung eines Elternsprechtages ist eine gute Möglichkeit, einem diesbezüglichen Anliegen der Eltern und Erziehungsberechtigten zu entsprechen.

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Zuletzt geändert am 09.05.2017

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