VERA 3 - Verfahren

Bedeutung der Vergleichsarbeiten

Die Vergleichsarbeiten VERA 3 werden als standardisierte Tests nach wissenschaftlichen Kriterien konzipiert. Als Grundlage dienen die Methoden der empirischen Sozialforschung.

Die Vergleichsarbeiten stellen ein verpflichtendes Instrument der Selbstevaluation dar und sind ein Element der Qualitäts- und Schulentwicklung. Sie sind keine individualdiagnostischen Verfahren und ersetzen keine Klassenarbeiten. VERA 3 wird nicht benotet.

Zuständigkeiten im Verfahren

Die Vergleichsarbeiten VERA 3 werden länderübergreifend konzipiert und bundesweit an Grundschulen eingesetzt.

Die Entwicklung der Aufgaben und die Zusammenstellung der Tests erfolgen am Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), Berlin, unter Mitwirkung aller Bundesländer. Mit der operativen Durchführung der Vergleichsarbeiten in Baden-Württemberg hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport das Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) beauftragt. Der Support wird vom Service Center Schulverwaltung (SCS) übernommen.

Entwicklung der Tests

Im Auftrag des IQB wird jährlich eine Vielzahl von Testaufgaben von einer Gruppe länderübergreifend arbeitender Grundschullehrkräfte in Kooperation mit Expertinnen und Experten verschiedener Hochschulen entwickelt. Den Referenzrahmen für die Aufgaben stellen die Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz für den Primarbereich dar.

Im Rahmen einer Pilotierung werden die Aufgaben etwa ein Jahr vor dem Einsatz an mehreren Hundert Grundschülerinnen und Grundschülern erprobt. Die Pilotierung dient dazu, die Qualität der einzelnen Aufgaben zu ermitteln.

Auch das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an der Pilotierung. Die Anzahl der Pilotierungsschulen aus Baden-Württemberg, die für die Pilotierung benötigt werden, wird vom IQB festgelegt. Die Pilotierungsschulen werden proportional zur jeweiligen Schulzahl in den vier Regierungspräsidien durch eine computergestützte Stichprobenziehung vom Landesinstitut per Zufall ermittelt. Dabei ist es wesentlich, dass die Pilotierungsschulen die Gesamtheit der baden-württembergischen Grundschulen adäquat repräsentieren.

Aufgrund der Erprobung und der sich anschließenden teststatistischen Analysen werden Daten und Informationen gewonnen, die für die Ergebnisrückmeldungen an die Fachlehrkräfte wichtig sind. Beispielsweise werden die Aufgaben durch diese statistischen Erkenntnisse und weiterer fachdidaktischer Aspekte in die Kompetenzstufenmodelle eingeordnet.

Anschließend stellt das IQB mit didaktisch und statistisch abgesicherten Aufgaben die endgültigen Testhefte zusammen. Zu jedem Testheft werden Durchführungserläuterungen, Auswertungsanleitungen und umfangreiche didaktische Handreichungen erarbeitet.

Die didaktischen Handreichungen umfassen sowohl Erläuterungen zu den einzelnen Testaufgaben als auch wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung des kompetenzorientierten Fachunterrichts und Hinweise auf spezifische Lernangebote. Diese Materialien werden den Ländern zur Verfügung gestellt.

Verfahrensschritte an der Schule

Das Verfahren VERA 3 wird seit dem Jahr 2012 über ein landeseigenes Online-Portal Lernstandserhebungen durchgeführt. Dieses Portal ermöglicht es den Schulen, ihre Klassen zu verwalten, die Materialien herunterzuladen, die Testergebnisse der Schülerinnen und Schüler einzugeben und die Ergebnisrückmeldungen abzurufen. Die Schulen erhalten für jedes Schuljahr einen schulspezifischen Zugang zu diesem Portal.

In Baden-Württemberg werden die Testbereiche in Deutsch an zwei Terminen und in Mathematik an einem Termin verpflichtend eingesetzt. Die Termine werden vom Kultusministerium festgelegt. Der Einsatz der Tests ist verpflichtend und wird durch eine Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums geregelt. Die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern und Erziehungsberechtigte werden in geeigneter Weise vorab informiert. Um die Objektivität zu gewährleisten, sind die in den Testmaterialien vorgegebenen standardisierten Durchführungs- und Korrekturbedingungen einzuhalten.

Um die eigene diagnostische Kompetenz in dem unterrichteten Fach zu erfassen, haben Lehrkräfte die Möglichkeit am Verfahrensschritt Diagnosegenauigkeit teilzunehmen. Dieser Verfahrensschritt wird zum freiwilligen Einsatz angeboten. Hierzu gibt die Lehrkraft pro Aufgabe eine Einschätzung ab, wie viele Schülerinnen und Schüler ihrer Klasse die jeweiligen Aufgaben lösen werden. Nach der Durchführung erhalten die Lehrkräfte einen Vergleich der eingeschätzten Aufgabenschwierigkeiten mit den tatsächlich erreichten Werten und damit die Möglichkeit, Tendenzen der Überschätzung oder Unterschätzung hinsichtlich der Einzelaufgaben ebenso wie hinsichtlich des Gesamtwerts festzustellen.

Nach dem Einsatz und der Korrektur der Vergleichsarbeiten werden die Testergebnisse anonymisiert in das landeseigene Online-Portal Lernstandserhebungen eingegeben und an das Landesinstitut für Schulentwicklung übermittelt. Die eingegebenen Daten werden dort teststatistisch analysiert und in Form von Ergebnisrückmeldungen aufbereitet.

Den Schulleitungen und den teilnehmenden Lehrkräften werden jeweils spezifische Ergebnisrückmeldungen für die Schule und die Klassen im geschützten Portal zum Download bereitgestellt.

Ergebnisrückmeldungen für Lehrkräfte enthalten für jeden Testbereich Informationen auf Klassenebene, Aufgabenebene und Schülerebene, jeweils mit landesweiten Vergleichswerten. Ergebnisrückmeldungen für die Schulleitung enthalten für jeden Testbereich zusammengefasste Informationen auf Ebene der Parallelklassen, jeweils mit landesweiten Vergleichswerten.

Im Anschluss an die Rückmeldungen sollten die anonymisierten Ergebnisse von den beteiligten Lehrkräften und in Fach- bzw. Gesamtlehrerkonferenzen diskutiert werden. Der Prozess der Nutzung der Daten muss systematisch gestaltet werden mit der Zielsetzung

  • die Daten zu analysieren und zu interpretieren,
  • Konsequenzen für die Weiterentwicklung zu ziehen und
  • die Sicherung des Umgangs mit den Ergebnissen der Vergleichsarbeiten VERA 3 für die schulinterne Qualitätsdokumentation zu gewährleisten.

Weitere Informationen zu Konzeption, Zielen, Testentwicklung und den Kompetenzstufenmodellen finden Sie auf den Seiten

Zuletzt geändert am 19.9.2016

Fußleiste