Individuelle Förderung

Individualisiertes Lernen

„Lernen ist das Persönlichste auf der Welt. Es ist so eigen wie ein Gesicht oder wie ein Fingerabdruck.“ (Heinz von Foerster)

„Jeder Lernprozess ist immer individuell.“ (Kunze 2009)


Das Ziel individualisierten Lernens ist es, jede Schülerin und jeden Schüler intensiv mit ihren bzw. seinen Stärken und Entwicklungsbedarfen in den Blick zu nehmen und im Lernprozess zu unterstützen.
Lernumgebungen, die von einem unterstützenden, individualisierten Lernbegriff geprägt sind, zielen auf die Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler als aktiv Lernende in der Auseinandersetzung mit  pädagogischen Instrumenten. Beispiele sind Kompetenzraster und strukturierte Lernmaterialien.


Schülerinnen und Schüler, die in diesem Rahmen agieren, müssen in weitaus stärkerem Maße Verantwortung für ihre eigenen Lernprozesse übernehmen. Sie planen, dokumentieren, bewerten und reflektieren ihr Lernen zunehmend selbst, d. h. sie werden zu Expertinnen und Experten für ihren ganz individuellen Lernweg, der zu einer möglichst optimalen Abschlussleistung führt.  

Gefördert wird das zunehmend selbstverantwortete und selbstgesteuerte Lernen durch die gemeinsame Festlegung individueller Lernziele und die Unterstützung der Selbstregulation. Zum Beispiel durch Vereinbarungen zur Planung, Dokumentation und Reflexion individueller Lernwege. Fördern Lehrkräfte auf diese Art, tragen sie dazu bei, Lernfortschritte sichtbar werden zu lassen.

Individualisiertes Lernen kann im Grad der Selbstständigkeit variieren, schließt aber immer auch die Entwicklung der sozial-kommunikativen Kompetenz mit ein. Individualisiertes Lernen bedeutet keinesfalls, dass Lernende nur in Einzelarbeit lernen. Es heißt vielmehr, Lernenden in anregenden Lernumgebungen Raum für ihre individuelle Kompetenzentwicklung zu geben, gerade auch im gegenseitigen Austausch und im Rahmen kooperativer Lehr- und Lernformen. Ganz nach dem Motto: „Individualisiert lernt man am besten gemeinsam“.


Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Handreichungen:

NL-01  Lernen im Fokus der Kompetenzorientierung. Individuelles Fördern durch Beobachten, Beschreiben, Bewerten und Begleiten

Im Januar 2010 erschien die Basishandreichung NL-01, die an alle allgemein bildende Schulen versandt wurde und zum Download bereitsteht. Diese Handreichung verortet das Thema Individuelle Förderung, erklärt Begriffe, bahnt ein gemeinsames Verständnis der sogenannten Förderspirale (Beobachten, Beschreiben, Bewerten, Begleiten) an und gibt konkrete Beispiele für ihre Umsetzung. 

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NL-23  Individualisierte Lernphasen planen, dokumentieren und reflektieren. Die ‚Lernagenda‘ für die Orientierungsstufe 5/6

In Lehr- und Lernformen mit längeren individualisierten Lernphasen, z. B. in über Fachgrenzen hinweg im Stundenplan verankerten individualisierten Lernzeiten wird ein Instrument benötigt, das Schülerinnen und Schülern hilft, ihr Lernen zu planen, zu organisieren und zu reflektieren. Es unterstützt Lehrkräfte darin, die Lernaktivitäten und die Lernprozesse ihrer Schülerinnen und Schüler für alle Beteiligten transparent zu machen. Nur so können sie angemessen begleiten, beraten und unterstützen. Dieses Instrument wird hier als Lernagenda bezeichnet. In der Handreichung NL-23 werden die wichtigsten Bausteine einer Lernagenda in ihren Funktionen vorgestellt.
 

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NL-24  Lerncoaching. Unterstützung des individuellen Lernprozesses

Im Kontext individueller Förderung gewinnen das Sichtbarmachen von Lernprozessen und das Feedback zunehmend an Bedeutung. Um individuelle Lernprozesse zu unterstützen, bedarf es der Begleitung bzw. des Coachings von Schülerinnen und Schülern. Die pädagogische Arbeit des Lerncoachings wird in der Handreichung durch Anregungen und Praxisbeispiele vorgestellt. Zunächst wird die Entstehungsgeschichte des Coaching-Begriffs dargelegt. Anschließend wird Lerncoaching im schulischen Kontext und als pädagogisches Instrument zur Begleitung von Lernprozessen beleuchtet. Dann folgt eine kurze Einbettung von Lerncoaching in die aktuelle Diskussion der Bildungsforschung, schwerpunktmäßig zum Faktor „Feedback“. Der letzte Teil der Handreichung stellt konkrete schulpraktische Beispiele vor und zeigt, wie Lerncoaching vor Ort umgesetzt werden kann. 

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NL-25  Praxis Gemeinschaftsschule. Anregungen und Praxisbeispiele von und für Gemeinschaftsschulen

Die Handreichung richtet sich an Lehrkräfte an bereits bestehenden und zukünftigen Gemeinschaftsschulen. Anhand von Praxisbeispielen aus dem Schul- und Unterrichtsalltag verschiedener Gemeinschaftsschulen wird ein Überblick über deren Schul- und Lernkultur gegeben. Dabei wird eine Bandbreite von Möglichkeiten aufgezeigt, wie individualisiertes Lernen mit einer intensiven Lernbegleitung umgesetzt werden kann. Der Einsatz pädagogischer Instrumente zur Umsetzung individualisierter Lernphasen wie Kompetenzraster, Lernwegelisten und Lernmaterialien wird dabei genauso berücksichtigt wie beispielsweise die Stundenplangestaltung oder die Integration kooperativer Elemente in individualisierten Lernphasen. Gestaltungsmöglichkeiten und Erfahrungen verschiedener Schulen werden einander gegenübergestellt, ohne diese abschließend zu bewerten. So ergibt sich ein differenziertes Bild der Vielfalt von Gemeinschaftsschulen. Sie werden in ihrem Entwicklungsprozess, der von allen Beteiligten beständige Reflexion, Neubewertung und Adaption erfordert, betrachtet. Mit Hilfe der Praxisbeispiele  können sowohl neuentstehende als auch schon bestehende Gemeinschaftsschulen verschiedene Möglichkeiten der Ausgestaltung einer veränderten Schul- und Lernkultur kennen lernen, die sie für ihren eigenen Entwicklungsprozess nutzen und gegebenenfalls an ihre eigenen Gegebenheiten vor Ort anpassen können.

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NL-26  Praxis Gemeinschaftsschule. Das Lerntagebuch an der Schillerschule Heubach. Individualisiertes Lernen planen, dokumentieren und reflektieren

Beschreiten Schülerinnen und Schüler individuelle Lernwege, benötigen sie ein Instrument, mit dem sie ihre individualisierten Lernwege selbst planen, dokumentieren und reflektieren können. Die Handreichung NL-26 beschreibt die Entwicklung und konkrete Ausgestaltung eines solchen pädagogischen Umsetzungsinstruments und berichtet von Praxiserfahrungen aus dem Blickwinkel von Lernenden, Lehrenden und Erziehungsberechtigten. Nach einer kurzen Einführung in das Konzept der Schule zum individualisierten Lernen werden zunächst die Bausteine des Lerntagebuchs in ihrer Funktion für Lernende, Lernbegleiterinnen und Lernbegleiter und Erziehungsberechtigte vorgestellt. Im Anschluss wird der Schwerpunkt auf die lernprozessbezogene Arbeit mit dem Lerntagebuch im schulischen Alltag gelegt. Dabei kommen Überlegungen zur Heranführung der Lernenden an den Umgang mit dem Lerntagebuch ebenso zum Tragen wie die Erfahrungen aller am Lernprozess Beteiligten. Die Handreichung schließt mit einem Materialteil bestehend aus Auszügen aus dem Lerntagebuch, die Schulen als Anregung zur Entwicklung eigener Umsetzungsinstrumente dienen können.

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Weitere Handreichungen der NL-Reihe können ebenfalls im Webshop bestellt werden. Auch auf dem Landesbildungsserver unter www.kompetenzraster2016.de stehen weitere Handreichungen der NL-Reihe zum Download zur Verfügung.

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