Lernstand 5 - Verfahren: Diagnosegeleitete Förderung (Ebene II)

Bedeutung und Inhalte (Ebene II)

Mit dem Anspruch einer „Bildung, die allen gerecht wird“ formuliert das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport den nachfolgenden bildungspolitischen Leitgedanken für alle Schulen.

„Schülerinnen und Schüler haben unterschiedliche Stärken und Bedürfnisse. Das Schulsystem in Baden-Württemberg richtet sich deshalb an der individuellen Entwicklung des Kindes aus. Die individuelle Förderung steht in allen Schularten im Zentrum schulischen Lehrens und Lernens.”

(http://www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule, Stand 17.05.2016)

Das förderdiagnostische Verfahren Lernstand 5 bietet den Schulen Hilfestellung bei der Umsetzung dieser individuellen Förderung, indem auf Ebene II Fördermaterialien bereitgestellt werden, die Lehrkräfte im Unterricht gezielt für den weiteren Aufbau von Kompetenzen nutzen können.

Die Materialien zu einzelnen Testbereichen der Fächer Deutsch und Mathematik (siehe Ebene I) knüpfen an die Lernstände an, die in den Stufenmodellen beschrieben sind.

Zuständigkeiten im Verfahren (Ebene II)

Die Entwicklung der Fördermaterialien erfolgte bis zum 28. Februar 2019 am Landesinstitut für Schulentwicklung mit weitgehender Unterstützung der wissenschaftlichen Kooperationspartnerinnen und -partnern der Pädagogischen Hochschulen. Seit dem 1. März 2019 erfolgt diese am Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg, ebenfalls in Kooperation mit den Pädagogischen Hochschulen (siehe Ebene I).

Konzept der diagnosegeleiteten Förderung (Ebene II)

Zu Beginn der diagnosegeleiteten Förderung ist eine fachliche Klärung der überprüften Testbereiche im Rahmen von Lernstand 5 erforderlich.

Daher stehen für jedes Fach konzeptionelle Erläuterungen zur Verfügung. Die Erläuterungen enthalten zum einen Informationen über die in den Ergebnisrückmeldungen verwendeten Indikatoren, zum anderen enthalten sie die Stufenmodelle mit den inhaltlich beschriebenen und aufeinander aufbauenden Anforderungen der Lernstandsstufen.

Mit Hilfe der Erläuterungen kann ein möglicher Förderbedarf für die Klasse ebenso wie für einzelne Schülerinnen und Schüler abgeleitet werden. Die Förderhinweise ordnen den Indikatoren und Lernstandsstufen passende Materialien zu, die Lehrkräften als Basis für weitere unterrichtliche Maßnahmen dienen.

Die konzeptionellen Erläuterungen bilden somit die inhaltliche Klammer zwischen der Lernstandsanalyse, den Ergebnisrückmeldungen und der anschließenden Förderung.

Fördermaterialien (Ebene II)

Die Materialien für diese diagnosegeleitete Förderung werden sukzessiv in enger Abstimmung mit der wissenschaftlichen Begleitung entwickelt. In die Entwicklung fließen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Fördermaßnahmen ein.

Ausgehend von einzelnen Testbereichen der Fächer und spezifischen Lernstandsstufen werden Fördermodule für ein differenziertes Arbeiten im Klassenunterricht erstellt. Beispielsweise werden zu inhaltlich gleichen Themen sowohl didaktisch modellierte Impulse als auch differenzierte Aufgabenstellungen angeboten. Die Fördermaterialien orientieren sich an der ermittelten Bandbreite der Kompetenzausprägung eines Testbereiches.

Für einzelne Testbereiche werden Handreichungen erstellt, die beispielsweise geeignete Förderverfahren beschreiben, konkrete Förderhinweise geben und unterrichtliche Handlungsempfehlungen aufzeigen.

Einsatz an der Schule (Ebene II)

Die im Rahmen von Lernstand 5 angebotenen Fördermaterialien sind optional einsetzbar.
Die Lehrkraft wählt für die jeweils spezifische Situation ihrer Klasse sowie ihrer Schülerinnen und Schüler die passenden Lernangebote aus. Die Materialien werden den Schulen im geschützten Online-Portal bereitgestellt. Ein Beispiel für den Einsatz der Materialien in Lernstand 5 Mathematik findet sich in diesem Praxispapier.

Empfohlen wird eine zeitnahe Förderung im Anschluss an die Auswertung der Ergebnisrückmeldungen und vor den ersten Leistungsbeurteilungen in der neuen Klasse.

Zuletzt geändert am 12.02.2019

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