Projektbeschreibung Anne-Frank-Gymnasium Rheinau

„Sprache als Schlüssel zur Welt“ – Schreibförderung im Leitfach Mathematik

Kurzbeschreibung des Projekts:

Schreiben und Mathematikunterricht erscheinen nur auf den ersten Blick als ein Gegensatz zwischen Buchstaben auf der einen Seite und Zahlen auf der anderen. Vielmehr lassen sich gerade unter der Grundannahme eines Kompetenzbegriffs und der damit verbundenen fachübergreifenden Implikation, Schreibprozesse (gemäß den Prinzipien einer produkt- und prozessorientierten Schreibdidaktik) in allen maßgeblichen Unterrichtsfächern im Allgemeinen (sprachsensibler Fachunterricht) und im Mathematikunterricht im Speziellen als eine Schlüsselkompetenz der unterrichtlichen Praxis ausweisen. Das explizit fachübergreifende Projekt an der Schnittstelle der Leitfächer Deutsch und Mathematik setzt es sich zum Ziel, differenzierende Schreib-Aufgabenkulturen (weiter-)zu entwickeln und mit einem Schwerpunkt auf dem Unterricht in der Orientierungsstufe (Klassen 5/6) im Lehrertandem (Deutsch/Mathematik) zu erproben.

Welche Ziele wollen wir mit dem Projekt erreichen?

Im explizit fach- und domänenübergreifenden Unterrichtsprojekt in Lehrertandems (jeweils eine Mathematik- und eine Deutschlehrkraft) werden Aufgabenkulturen gemäß der prozessorientierten Schreibdidaktik erstellt, im Mathematikunterricht (auch unter Berücksichtigung von Team Teaching) erprobt sowie im Anschluss daran evidenzbasiert evaluiert. In besonderem Maße soll das angezeigte Unterrichtsprojekt dabei kollegiale (fachübergreifende) Kooperationen unterstützen und die Entwicklung gemeinsamer fachlicher und insbesondere fachübergreifender fachdidaktischer Expertise der beteiligten Lehrkräfte verstetigen. Neben dem expliziten Ziel der Schreibförderung im Allgemeinen soll das mathematische Schreiben im Besonderen mithilfe differenzierender Aufgabensettings der damit verbundenen Stärkung des inhaltlichen Denkens und des gezielten Aufbaus von Grundvorstellungen nachkommen.

Prozesse der schulinternen Qualitätsentwicklung in den Bereichen Unterricht sowie Professionalität der Lehrkräfte (vgl. Qualitätshaus Baden-Württemberg) werden hierbei durch die besonders hohe Eigenverantwortung der Lehrertandems, begleitet und unterstützt durch die Schulleitung, gefördert. Langfristig wird hierbei auch der Aufbau einer Architektur der kollegialen fachübergreifenden Kooperation im Sinne des instructional leaderships unterstützt.

Zielebene

Ziel 1

Ziel 2

Was wollen wir erreichen?

(Weiter-)Entwicklung kognitiv aktivierender, flexibel differenzierender, fachübergreifender Aufgabenkulturen unter Berücksichtigung von Prinzipien der prozessorientierten Schreibdidaktik

Förderung fachübergreifender kollegialer Kooperation

Wie erkennen wir, was wir erreicht haben?

Kohärenz im Text sowie Kohäsionsmittel (unter Berücksichtigung des Zürcher Textanalyserasters)

gemäß Prinzipien lernwirksamen Unterrichtens

Wie wollen wir das Ziel erreichen?

regelmäßig stattfindender Jour fixe (auch mittels BigBlueButton) im fachübergreifenden Lehrkräfteteam (Deutsch- und Mathematik)

regelmäßig stattfindender Jour fixe (auch mittels BigBlueButton) im fachübergreifender Lehrkräfteteam (Deutsch- und Mathematik)

Ist es realistisch/attraktiv, das Ziel zu erreichen?

Dokumentation der Aufgabenkulturen im digitalen Schulportfolio

Dialog über lernwirksames Unterrichten und domänenspezifische Kompetenzförderung

Aufbau einer Architektur kollegialer fachübergreifender Kooperation

Bis wann wollen wir das Ziel erreichen?

bis zum Schuljahresbeginn 2018/2019

bis zum Ende des Dokumentationszeitraumes am 30.06.2019

Prozessschritte 2018/2019

Datum

Phasen/Arbeitsschritte

Meilenstein 1

Datum
09.09.2018

Abschluss (Weiter-)Entwicklung kognitiv aktivierender, flexibel differenzierender, fachübergreifender Aufgabenkulturen


Meilenstein 2

Datum
30.06.2019

Abschluss der Erprobung sowie evidenzbasierter Evaluation der Pilotierungsaufgaben während der Dokumentationsphase (= Abschluss der Intervention) in zwei Klassen der Jahrgangsstufe 5 im Mathematikunterricht

seit 09/2017

Pilotierung: Mathematisches Schreiben (in der Orientierungsstufe)
unter Beteiligung eines Deutsch- und eines Mathematikkollegen

09.02.2018

 

Pädagogischer Tag am Anne-Frank-Gymnasium
kollegialer Austausch unter Beteiligung von Lehrkräften der Fachschaften Deutsch und Mathematik; Verstetigung und Ausweitung der Förderung mathematischen Schreibens im Schuljahr 2018/2019

02.03.2018

Gesamtlehrerkonferenz am Anne-Frank-Gymnasium
Information des Kollegiums; Zustimmung zur Verstetigung

18.04.2018

Auftaktveranstaltung zum Entwicklungsprogramm in Stuttgart

bis 01.06.2018

Benennung der Lehrertandems für das Schuljahr 2018/2019
Berücksichtigung für Deputatsplanungen der Schulleitung und Absprachen in den Fachschaften Deutsch und Mathematik

14.-15.06.2018

Erstes Vernetzungstreffen im Rahmen des Entwicklungsprogramms in Stuttgart

bis 10.09.2018

Abschluss der Entwicklung des evidenzbasierten Evaluationsdesigns (Prä- und Posttest sowie der Intervention); Prozessbegleitung durch Dr. Katharina Hellmann (PH Freiburg)

bis 28.09.2018

Prätest

22.10.2018-
28.02.2019

Besuch durch Experten des Entwicklungsprogramms in der Schule

19.11.2018

Teamentwicklungsworkshop im Rahmen des Entwicklungsprogramms für Vertreter der Teams in Stuttgart

12.11.2018-12.04.2019

Intervention (Erprobung der Aufgabenkulturen im Mathematikunterricht)

14.-15.02.2019

Zweites Vernetzungstreffen im Rahmen des Entwicklungsprogramms in Stuttgart

01.04.2019-
30.06.2019

Posttest
Dokumentationsphase mit den Teams
evidenzbasierte Evaluation und Dokumentation der Ergebnisse

24.06.2019

Abschlussveranstaltung mit den Teams in Stuttgart

Wie ist die Projektgruppe zusammengesetzt? In welchen Strukturen arbeiten wir?

Insgesamt nehmen vier Lehrkräfte (zwei Deutsch- und zwei Mathematiklehrkräfte) am Entwicklungsprogramm in zwei fachübergreifenden Teams (bestehend jeweils aus einer Deutsch- und einer Mathematiklehrkraft) teil.

Teamleitungen: Florian Hellberg, OStR (für das Fach Deutsch) und Julian Rein, StR (für das Fach Mathematik)

In welcher Form sollen die Ideen des Projekts über das Projekt hinaus in der Schule verankert werden?

Eine Ausweitung der mathematischen Schreibförderung auch über die Orientierungsstufe hinaus sowie die Aufnahme derer in das Schulcurriculum der Fachschaft Mathematik wird angestrebt. Auch die Ausweitung des Konzepts von sprachsensiblem Fachunterricht auf weitere Fächer (wie Geschichte und Geografie) befindet sich in Vorbereitung.

Zu welchem Förderschwerpunkt des Entwicklungsprogramms arbeiten wir?

Im Fokus des Projekts stehen hierbei insbesondere die folgenden thematischen Schwerpunkte des Förderzeitraumes:

  1. Entwicklung und Umsetzung von komplexen und differenzierenden (Schreib-)Aufgaben zur Steigerung der kognitiven Aktivierung von Schülerinnen und Schülern (mit Fokus auf dem Mathematikunterricht in der Orientierungsstufe)
  2. fachübergreifende Unterrichtsentwicklung (kooperative und evidenzbasierte Unterrichtsreflexion zwischen den am Entwicklungsprogramm beteiligten Lehrkräften)

Wie wird unser Projekt evaluiert? Wie gewährleisten wir die Wirkung unseres Projekts?

Zu Beginn des Schuljahres 2018/2019 soll ergänzend zum Lernstand 5 (der in den Fächern Deutsch und Mathematik nicht die Schreibkompetenz umfasst) eine Eingangsdiagnose zur Schreibkompetenz in der Orientierungsstufe (explorative, nicht repräsentativ) durchgeführt werden. Am Ende der Dokumentationsphase (bis 30.06.2019) wird eine evidenzbasierte Leistungsüberprüfung – einhergehend mit einer eidenzbasierten Evaluation – zur Schreibkompetenz im Mathematikunterricht (mathematisches Schreiben) durchgeführt und mit den Ergebnissen der Eingangsdiagnose zu Beginn des Schuljahres verglichen, um Faktoren lernwirksamen Unterrichtens in Bezug auf die Förderung der Schreibkompetenz im Mathematikunterricht zu identifizieren. Während des Schuljahres 2018/2019 und insbesondere im Dokumentationszeitraum soll der Schreibprozess im Sinne des peer-tutorings (Bruffee 1984) durch die Mitlernenden unterstützt werden. Gleichzeitig trägt dies dazu bei, formativ-evaluative Verfahren (zugleich auch Feedback-Kultur) – gerade in der Orientierungsstufe – zu schulen.

Was erhoffen wir uns von einer Teilnahme am Entwicklungsprogramm?

Prozessbegleitung:

  • insbesondere bei der (Weiter-)Entwicklung kognitiv aktivierender, flexibel differenzierender, fachübergreifender Aufgabenkulturen unter Berücksichtigung von Prinzipien der prozessorientierten Schreibdidaktik zum Einsatz im Mathematikunterricht der Orientierungsstufe
  • Entwicklung von Evaluationsinstrumentarien zur Messung der Wirksamkeit von Schreibförderung im Mathematikunterricht
  • Aufbau einer Architektur der kollegialen fachübergreifenden Kooperation zur schulinternen Qualitätsentwicklung

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