Landesprogramm Bildungsregionen

Thementag "Beteiligungsprozesse in Kommunen" am 13. November 2018

Foto Thementag November 2018

Im Rahmen des Landesprogramms Bildungsregionen fand im Landesinstitut für Schulentwicklung am 13. November 2018 der Thementag "Beteiligungsprozesse in Kommunen" statt. Zu den rund 60 Teilnehmenden zählten Vertreterinnen und Vertreter der Regionalen Bildungsbüros und Interessierte aus weiteren Stadt- und Landkreisen aus Baden-Württemberg, die bisher noch keine Bildungsregion eingerichtet haben. Auch zahlreiche kommunale Koordinatorinnen und Koordinatoren von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte, Akteure aus der staatlichen Schulverwaltung und weitere Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden vielfältige Impulse aus Wissenschaft und Praxis sowie eine gute Möglichkeit zum kollegialen Austausch. Unter anderem wurden dabei die folgenden Fragen in den Blick genommen:

  • Wie können sich die Menschen in unserer Stadt beziehungsweise in unserem Landkreis mit ihren Bedarfen, Ideen und Themen in die Gestaltung der Bildungsregion einbringen?
  • Was bedeutet es für unsere Strukturen und Planungsprozesse, wenn wir Beteiligung als Haltung verstehen, die sich durch alle unsere Themenbereiche und Aktivitäten hindurchzieht?
  • Welche Rolle nimmt das Bildungsbüro bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, Eltern, erwachsenen Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachkräften und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ein?
  • In welchem Verhältnis stehen Beteiligung und Steuerung zueinander, zum Beispiel mit Blick auf die Steuergruppen, Bildungsbeiräte oder Bildungskonferenzen in Bildungsregionen?

Im Kontext der Bildungsregionen stellt Beteiligung eine wesentliche Grundfrage dar. Beteiligung ja – aber von wem, mit welchem Ziel und in welchem Maße? Der bereits vor Jahren formulierte Anspruch "Bildungslandschaften als Beteiligungslandschaften" hat den Bildungslandschaften-Diskurs insgesamt geprägt und zu einer vielfältigen Programmlandschaft beigetragen, die diesen Anspruch in unterschiedlicher Weise aufgreift. Vor diesem Hintergrund ging der Thementag der Frage nach, inwieweit dieser Anspruch bisher in der Praxis realisiert werden konnte und welche Chancen und Herausforderungen er für die Bildungsregionen in sich trägt.

In seinem Impulsvortrag am Vormittag ging Franz Koranyi, Doktorand an der Freien Universität Berlin, auf Fragen der partizipativen Bildungssteuerung als Teil des Bildungslandschaften-Diskurses ein. Er verdeutlichte dabei vor allem, wie sich Bildungslandschaften auf einem Kontinuum zwischen Beteiligung und Steuerung bewegen, welche Logiken diesen beiden Vorgehensweisen jeweils zugrunde liegen und was vor diesem Hintergrund mögliche Ansatzpunkte für Bildungsregionen sein können. An den Impulsvortrag schloss sich ein offenes Fachgespräch an, das die Möglichkeit bot, Fragen aus dem Publikum aufzugreifen und gemeinsam zu diskutieren. Als wesentliche Aspekte wurden dabei unter anderem die Rolle des Bildungsbüros auf dem Kontinuum von Beteiligung und Steuerung und bei der Ausgestaltung von Steuerungs- und Beteiligungsgremien in Bildungsregionen angesprochen. Dabei zeigte sich auch die große Bedeutung von Rollenklarheit und klarem Erwartungshorizont bei allen Prozessbeteiligten.

Am Nachmittag hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, mehrere parallele Fachforen zu besuchen, einzelne Aspekte noch zu vertiefen und sich mit interessanten Gesprächspartnern auszutauschen. Dem Ziel des Thementages entsprechend, einen breiten und bildungsbiografisch ausgerichteten Blick auf Beteiligung zu richten, konnten die Teilnehmenden verschiedene Foren mit den Schwerpunkten kommunale Kinder- und Jugendbeteiligung, Bürgerbeteiligung und Beteiligung von pädagogischen Fachkräften und Multiplikatoren auswählen. Sie lernten Möglichkeiten der Kinder- und Jugendbeteiligung im Rahmen von Lokalen Bildungsnetzen kennen, diskutierten, welche Chancen die Bildungsregionen im Hinblick auf Kinder- und Jugendbeteiligung bieten können und inwiefern Beteiligung eine Frage der Haltung ist. Darüber hinaus erhielten sie stadtteilbezogene Einblicke in Bürgerbeteiligungsverfahren und Beteiligungsformate für Bildungsakteure und konnten sich mit den Impulsen vom Vormittag noch einmal vertiefend auseinandersetzen. Gesprächspartner waren neben Akteuren aus einzelnen Kommunen die Landeszentrale für politische Bildung, die Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Baden-Württemberg und die Regiestelle des Projektes "Lokale Bildungsnetze (LoBiN)".

Die Teilnehmenden nutzten am Thementag auch intensiv die Möglichkeit zum informellen Erfahrungsaustausch, zur Vertiefung bestehender Kooperationen und zum Knüpfen neuer Kontakte.

Das Landesinstitut für Schulentwicklung lädt auch weiterhin regelmäßig zu Thementagen ein, um den für alle Beteiligten bereichernden Fachaustausch und Praxistransfer zu aktuellen Bildungsthemen zu unterstützen.



Materialien zum Thementag und weitere Informationen zum Thema


Veranstaltungsprogramm zum Thementag "Beteiligungsprozesse in Kommunen" am 13. November 2018

Fotoimpressionen vom Thementag "Beteiligungsprozesse in Kommunen" am 13. November 2018

Fußleiste