Landesprogramm Bildungsregionen

Thementag "Kommunales Bildungsmonitoring und datenbasierte Bildungsplanung" am 14. November 2017

Foto Thementag kommunales Bildungsmonitoring 2017

Im Rahmen des Landesprogramms Bildungsregionen veranstaltete das Landesinstitut für Schulentwicklung am 14. November 2017 einen Thementag unter der Überschrift "Kommunales Bildungsmonitoring und datenbasierte Bildungsplanung". Die Veranstaltung richtete sich an alle Bildungsregionen sowie weitere interessierte Städte und Landkreise in Baden-Württemberg, die bisher keine Bildungsregion eingerichtet haben. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zählten auch zahlreiche kommunale Koordinatorinnen und Koordinatoren von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte sowie Akteure aus der staatlichen Schulverwaltung. Im Fokus der Veranstaltung standen unter anderem die folgenden Fragen:

  • Wie lassen sich die verschiedenen und oft unverbunden nebeneinander stehenden Planungs- und Berichtswesen vor Ort enger aufeinander abstimmen, z. B. im Sinne einer integrierten Bildungs- und Jugendhilfeplanung?
  • Welche Daten liegen vor Ort bereits vor und wie lassen sie sich sinnvoll aufeinander beziehen?
  • Wie können Städte und Landkreise ein passgenau auf ihre Bedarfe zugeschnittenes zielbasiertes kommunales Bildungsmonitoring aufbauen und damit steuerungsrelevantes Wissen generieren?
  • Wie können empirische Erkenntnisse in Form von Bildungsberichten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und mit Akteuren vor Ort diskutiert werden?
  • Wie wird nach Vorliegen von thematischen Analysen und/oder Bildungsberichten konkret mit den Daten weitergearbeitet und wie lassen sich aus den Daten die nächsten Handlungsschritte ableiten?
  • Wie können Städte und Landkreise den Themenbereich Migration und Bildung datengestützt in den Blick nehmen?

Mithilfe dieser und weiterer Fragen beleuchtete der Thementag Aspekte der Planung, der Berichterstattung und des Monitorings auf kommunaler Ebene.

Am Vormittag gaben Frau Professorin Dr. Claudia Daigler von der Hochschule Esslingen, Herr Werner Gaugel, Jugendhilfeplaner im Landkreis Böblingen sowie Herr Frank Arnold vom Bildungsbüro des Landkreises Böblingen unter dem Titel "Schulbezogene Jugendhilfeplanung. Stolpern auf dem Weg hin zu einer integrierten Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung" praxisnahe Einblicke in den Prozess auf dem Weg hin zu einer gemeinsamen Planung vor Ort, die Entwicklungen und Bedarfe regional differenziert und gemeinwesenorientiert betrachtet. Eine solche Planung entlang der Bildungsbiografie betrifft verschiedene Bereiche, wie z. B. Übergänge zwischen Bildungsphasen, Ganztagsschule oder Integration. In dem Beitrag wurden die Kooperation und aktive Beteiligung der Akteure vor Ort und eine ausgeprägte Kommunikationskultur als zentrale Gelingensfaktoren deutlich. Es gilt die gewonnenen Daten und sichtbar werdenden Bedarfslagen gemeinsam zu diskutieren und zu interpretieren, um auf dieser Grundlage passende Angebote ableiten zu können. Die Bildungsregionen können dabei als geeignete Plattformen fungieren, die es ermöglichen, Akteure und Perspektiven aus beiden Systemen an einen Tisch zu bringen und ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Perspektivisch kann in diesem Zusammenhang auch an ein gemeinsames Berichtswesen und Monitoring gedacht werden, das auf gemeinsam formulierten Zielsetzungen basiert.
Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit verschiedene Foren zu besuchen. Dort erhielten sie exemplarische Einblicke in die kommunale Praxis. So stellte z. B. das Büro für kommunales Bildungsmanagement der Stadt Heilbronn seine langjährigen Erfahrungen mit einem zielbasierten kommunalen Bildungsmonitoring vor und ging dabei vor allem auf Chancen und Herausforderungen ein. Das Bildungsbüro des Ostalbkreises ging in seinem Impuls der Frage der Nutzung von Ergebnissen eines kommunalen Bildungsberichts für die (Weiter-)Entwicklung einer Bildungsregion nach und zeigte Möglichkeiten auf, wie mit empirischen Daten konkret weitergearbeitet werden kann. Vier weitere Foren nahmen diese Themen in den Blick:

  • die passgenaue und bedarfsgerechte Entwicklung eines kommunalen Bildungsmonitorings in der Landeshauptstadt Stuttgart,
  • die datengestützte Analyse der Kooperation von Schule und Jugendhilfe im Bildungsbericht Ganztagsschule des Landes Nordrhein-Westfalen,
  • konzeptionelle Überlegungen zur Verbindung von Bildungsberichterstattung und wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, z. B. hinsichtlich Zielsetzung, Auswahlkriterien und Aufbereitung sowie
  • konzeptionelle Überlegungen und Umsetzungsmöglichkeiten eines kommunalen Integrationsmonitorings, das auch Bezüge zu Bildungsfragen herstellt.

In den verschiedenen Impulsen und den anschließenden Diskussionen wurden unter anderem die folgenden Erkenntnisse herausgearbeitet:

  • Es ist wichtig, begrifflich klar zwischen einem Bildungsmonitoring mit dem Ziel der verwaltungsinternen Steuerung und einem zur Veröffentlichung gedachten Bildungsbericht und/oder kleineren thematischen Analysen zu unterscheiden. Bildungsberichte und/oder thematische Analysen können Instrumente eines Bildungsmonitorings sein, aber auch als Marketinginstrument eingesetzt werden.
  • Bildungsmonitoring und Bildungsberichterstattung müssen politisch gewollt und unterstützt sein. Dies schließt auch den Umgang mit unerwarteten oder zunächst unerklärbaren Ergebnissen ein.
  • Entscheidend für den weiteren Prozess ist, wie die gewonnenen Erkenntnisse sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in Form von Fachveranstaltungen mit Akteuren und der interessierten Öffentlichkeit vor Ort diskutiert werden. Von großer Bedeutung ist auch die Frage, wie mit den Erkenntnissen ganz konkret weitergearbeitet wird, z. B. durch die Ableitung von Handlungsschritten.
  • Es ist wichtig, Bildungsmonitoring und Bildungsberichterstattung gut in das Gesamtgefüge der verschiedenen kommunalen Themenbereiche, Zielsetzungen, Planungen und Berichtswesen einzubetten und diese sinnvoll aufeinander zu beziehen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten am Thementag auch die Möglichkeit zum informellen Erfahrungsaustausch über ihre Fragen aus der Praxis und zur Vertiefung von Kooperationen mit anderen Kommunen.

Der Thementag brachte vielfältige Impulse für die Arbeit in den Städten und Landkreisen. Das Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) lädt auch weiterhin regelmäßig zu Thementagen ein, um den für alle Beteiligten bereichernden Fachaustausch und Praxistransfer zu aktuellen Bildungsthemen zu unterstützen.


Materialien zum Thementag und weitere Informationen zum Thema


Veranstaltungspogramm

Veranstaltungsprogramm zum Thementag "Kommunales Bildungsmonitoring und datenbasierte Bildungsplanung" am 14. November 2017

Fotoimpressionen zum Thementag "Kommunales Bildungsmonitoring und datenbasierte Bildungsplanung" am 14. November 2017


Thematische Überblicksdarstellung zum Thema "Kommunales Bildungsmonitoring und datenbasierte Bildungsplanung"

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