Landesprogramm Bildungsregionen

Thementag "Übergang von der Schule in den Beruf" am 13. Juli 2017

Foto Thementag

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Im Rahmen des Landesprogramm Bildungsregionen veranstaltete das Landesinstitut für Schulentwicklung am 13. Juli 2017 einen Thementag unter der Überschrift "Übergang von der Schule in den Beruf". Er richtete sich an alle Bildungsregionen und weitere interessierte Städte und Landkreise in Baden-Württemberg. Zu den Teilnehmenden zählten aber auch kommunale Koordinatorinnen und Koordinatoren von Bildungsangeboten für Neuzugewanderte sowie Akteure aus dem Hochschulbereich im Kontext des Netzwerks Bildungsforschung. Im Fokus der Veranstaltung standen unter anderem die folgenden Fragen:

  • Was brauchen junge Menschen, die am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt stehen?
  • Wie können wir datenbasiertes Wissen generieren und Übergangsverläufe nachvollziehen?
  • Wie können wir Schülerinnen und Schüler in ihrer beruflichen Orientierung möglichst praxisnah unterstützen?
  • Wie lassen sich durch die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort Strukturen für ein regionales Übergangsmanagement etablieren?
  • Wie können wir insbesondere junge Geflüchtete und Neuzugewanderte beim Einstieg in die Arbeitswelt oder in ein Studium unterstützen?

Der Impulsvortrag von Frau Dr. Tilly Lex, ehemals stellvertretende Leitung des Forschungsschwerpunktes "Übergänge im Jugendalter" am Deutschen Jugendinstitut in München, zeigte zentrale Ergebnisse einer längsschnittlich angelegten Studie zu prekären Übergangsverläufen auf. Die Wege junger Menschen von der Schule in eine berufliche Ausbildung wurden über einen Zeitraum von mehreren Jahren in einem sowohl quantitativen als auch qualitativen Forschungsdesign untersucht und nachgezeichnet. Besonders deutlich wurde dabei der Einfluss individueller und multipler Belastungsfaktoren junger Menschen bei der Entstehung risikobehafteter Übergänge. Die Befunde zeigen, dass diese häufig biografisch bedingten Belastungsfaktoren nicht selten auch erst im späteren Verlauf einer beruflichen Ausbildung zum Tragen kamen. Es braucht demnach nicht nur die Begleitung im Vorfeld und beim Einstieg in eine berufliche Ausbildung, sondern auch in deren weiteren Verlauf. Der Impulsvortrag nahm in einer zweiten Perspektive auch spezifische Aspekte des Übergangs für junge Geflüchtete in den Blick.
Am Nachmittag hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit verschiedene Foren zu besuchen. Dort erhielten sie praxisnahe Einblicke in die kommunale Arbeit vor Ort und in Bezug auf junge Geflüchtete und Neuzugewanderte auch vielfältige Informationen über gesetzliche Regelungen und Rahmenbedingungen. So gaben Regionale Koordinatorinnen und Koordinatoren für das Studium von Geflüchteten, die im Auftrag des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst arbeiten, beispielsweise einen Einblick in die beruflichen Perspektiven für junge Geflüchtete und stellten Rahmenbedingungen für ein Studium, eine Ausbildung und den Bundesfreiwilligendienst vor. Das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau informierten über aktuelle Erkenntnisse, Programme und Unterstützungsmöglichkeiten sowie gesetzliche Rahmenbedingungen von beruflichen bzw. berufsvorbereitenden Bildungsmöglichkeiten für junge Geflüchtete. Weitere Foren präsentierten

  • die Arbeit mit ehrenamtlichen Patinnen und Paten im Landkreis Böblingen,
  • den ursprünglich in der Bildungsregion Landkreis Ravensburg entstandenen Berufswahlordner als inzwischen landkreisübergreifendes Instrument zur Unterstützung der Beruflichen Orientierung in der Sekundarstufe I und II,
  • Strukturen des Regionalen Übergangsmanagements im Ostalbkreis sowie
  • die Wissenswerkstatt Schwarzwald-Baar als Stärkung der Kooperation zwischen allgemeinen und beruflichen Schulen.


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten am Thementag auch die Möglichkeit zum informellen Erfahrungsaustausch. Dabei kamen sie über aktuelle Fragestellungen ins Gespräch, vertieften bestehende Kooperationen und knüpften neue Kontakte.

Der Thementag brachte vielfältige Impulse für die Arbeit in den Städten und Landkreisen. Das Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) lädt auch weiterhin regelmäßig zu Thementagen ein, um den für alle Beteiligten bereichernden Fachaustausch und Praxistransfer zu aktuellen Bildungsthemen zu unterstützen.


Materialien zum Thementag und weitere Informationen zum Thema


Veranstaltungsprogramm

Veranstaltungsprogramm zum Thementag "Berufliche Orientierung, Übergang von der Schule in Ausbildung/Beruf/Studium" am 13. Juli 2017


Thematische Überblicksdarstellung "Übergang von der Schule in den Beruf"

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